Sergei Nakariakov mit dem Kölner Kammerorchester in der Philharmonie

11.28.13
Erik Nielsen
Kölnische Rundschau

By Christoph Zimmermann

Wenn man Sergei Nakariakov, der gerne als "Paganini der Trompete" bezeichnet wird, mit seiner stupenden Technik virtuose Piècen mühelos bewältigen hört, hält man schon ein wenig den Atem an. In der Philharmonie gab es jetzt Romantisches, nicht ganz "reinrassig" freilich. Edvard Grieg blickt bei "Aus Holbergs Zeit" in die Vergangenheit ebenso zurück wie Peter Tschaikowsky mit seinen Rokoko-Variationen und "Mozartiana". Dafür greift Wolfgang Amadeus Mozart im 4. Hornkonzert mit der Romance bereits auf das 19. Jahrhundert vor.

Dieses Werk war spieltechnisch relativ einfach auf das Flügelhorn zu übertragen. Sergei Nakariakovs Spiel wirkte regelrecht poetisch. Zu diesem Eindruck trug freilich auch die sensible Orchesterbegleitung unter Erik Nielsen bei, übrigens gleicher Jahrgang wie der Solist.

Die Holberg-Suite ist mit der reinen Streicherbesetzung besonders passend für das Kölner Kammerorchester (KKO). Der Introduktionssatz wirkte noch etwas schwerblütig, danach aber lichtete sich das Klangbild. Bei den Rokoko-Variationen fand das Spiel Nakariakovs in den langsamen Teilen seine schönste Ausprägung. Vorbehalte bei der "Mozartiana"-Suite gelten dem Werk, wie es Tschaikowsky selber zu Papier gebracht hat. Die Preghiera ist sogar - ungeschminkt gesagt - besserer Kitsch. Man kann sich ihm aber durchaus mal hingeben, wenn die Wiedergabe so nobel ausfällt wie beim KKO. Das Kompliment geht natürlich auch an Erik Nielsen.